Profil

Mein Name ist Tim Kögler. Ich lebe und arbeite als Fotograf in Monheim am Rhein und betreibe ein Fotostudio im benachbarten Langenfeld. Als professioneller Fotograf arbeite ich seit 2012 mit den Schwerpunkten Unternehmensfotografie, Immobilienfotografie, Werbe- und Produktfotografie sowie Reportage- und Hochzeitsfotografie.

If your pictures aren't good enough, you're not close enough.

Robert Capas

Nach diesem Leitsatz eines großen Fotografen versuche ich meine Arbeit als Fotograf zu gestalten. Ohne Verbindung, Überzeugung oder Sympathie können keine großartigen Fotos entstehen.

Kamerawechsel von Nikon auf Fujifilm

Warum man als Berufsfotograf auch mal nach links und rechts schauen sollte und sich Neuem nicht verschließen sollte.

Ich wurde immer mal wieder gefragt, warum und wie meine Entscheidung getroffen wurde. Im folgenden möchte ich ein bisschen was dazu erzählen.

Entwicklung

Seit 2006 fotografiere ich mit Nikon Kameras und habe fast alle Größen und Formate durch: D70s, D300, D700, D600, D810 (chronologisch) Ich war immer höchst zufrieden mit dem was mir Nikon da zusammen gebaut hat, obwohl immer der „echte“ Nachfolger der Nikon D700 fehlte und ich und sicher viele andere auch ihn uns gewünscht hätten. Die Entwicklung zu anderen Herstellern stagnierte aber irgendwie und ich war am Ende doch nicht mehr 100% zufrieden mit der Preis/Leistung, wenn man über den Tellerrand hinweg sah und den Vergleich zu anderen Herstellern zog. Die Preispolitik von Nikon für neue Objektive wie 24-70 VR und das neue 70-200, waren Jenseits meiner Bereitschaft dafür Geld auszugeben und brachten das Fass eigentlich zum Überlaufen. Zum Ende habe ich die neuen ART Objektive von Sigma bevorzugt. Der Beginn der Spiegellosen Systeme wurde ja am Anfang sehr belächelt und ich meine auch zurecht. Doch in den Jahren, vor allem in den letzten zwei Jahren, haben die Kamera so große Sprünge gemacht, das sie nicht mehr vom aktuellen Kameramarkt wegzudiskutieren sind und das in jeder Sparte der Fotografie.

Meine erste Spiegellose Kamera war die Fuji X-E1. Damals eher aus einer Laune heraus gekauft und vor allem, wegen dem schicken Retro Design. Ich hatte sie nicht für Jobs gekauft, sondern eher als kleine Reisekamera und „Immerdabei“-Kamera mit einem kleinen 18mm f2 Pancake Objektiv, das ich auch heute noch sehr liebe. Ich war sehr zufrieden mit den Möglichkeiten, die mir die Kamera bot und wenn man die Bilder mit denen der großen Nikon verglich, war augenscheinlich kein Unterschied zu erkennen. Als Fuji die X-T1 herausbrachte, fingen die ersten Überlegungen an, ob es nicht sinnvoll wäre das Kamerasystem zu wechseln. Die kleine X-E1 hatte mir viel Freude bereitet und eine Vorahnung gegeben, was möglich wäre mit einer X-T1.

Als die X-T1 dann ein Jahr auf dem Markt war und ich ein gutes Angebot fand, schlug ich dann zu. 16 Megapixel war nicht viel, schon gar nicht wenn man sie mit den großen Nikons D600 (24mp) und D810 (36mp) verglich, aber ich redete mir die Megapixel schön: „Eine D4 hat auch nur 16MP, also braucht man eigentlich auch nicht mehr“, „Ist ja auch nur eine Zweitkamera, für große Jobs nehme ich dann sowieso die D810“. Als Zweitkamera und Reisekamera kam die X-T1 dann immer öfter zum Einsatz und die D600 wurde nur noch für Obicon rausgesucht. Mittlerweile hatte ich schon eine schöne Sammlung Objektive für die X-T1 gesammelt: 16mm 1.4, 18mm f2, 35mm f1.4 und 18-135mm. Damit konnte man schon gut arbeiten. 

Im Laufe der letzten Monate kam die D810 dann nur noch zum Einsatz, weil man einfach nicht auf die große Auflösung der Kamera verzichten wollte und ich davon ausging, das Kunden von mir mittlerweile einfach die 36Mp erwarten würden. Zu dem Zeitpunkt kam ein kompletter Systemwechsel also für mich noch nicht in Frage, obwohl man schon aus dem ein oder anderen Forum hörte, das zB. Hochzeitsfotografen hin und wieder wechselten. Mit Veröffentlichung der neuen Fuji X-T2 war dann auch schnell für mich klar, das jetzt die Zeit gekommen war um den nächsten und Endgültigen Schritt zu machen. Mit ein paar neuen Features, die für mich und meine Arbeit elementar sind, hatte mich Fuji nun ins Boot geholt: Eine höhere Auflösung von 24 MP, Joystick für die AF Felder, zwei Speicherkartenslots, Batteriegriff für zwei weitere Akkus, verbessertes AF System und hohen ISO Werten. Um meine Ausrüstung dann zu vervollständigen wurden noch weitere Objektive angeschafft: 56mm 1.2, 10-24mm 4.0, 50-140mm 2.8. Damit war ich für alle Aufträge bestens gerüstet.

Fuji XT-1

Einführung und Anfang

Die Eingewöhnung in ein neues System, macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn Sachen schnell gehen müssen/sollen. Sei es, weil der Kunde neben einem oder erwartungsvolle Modelle vor einem stehen, oder das Motiv unerwartet auftaucht und schon wieder weg ist bevor man überhaupt zum abdrücken kommt. Ich bin froh, das mein Umstieg kein radikaler war. Ich konnte mit der Fuji X-E1 und X-T1 einige Erfahrungen sammeln und kam sehr zügig mit dem neuen Equipment zurecht. Menüführung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit findet man alles, was man braucht. Am meisten begeistern mich an dem neuen System das geringere Gewicht bzw. die Möglichkeit, mit sehr kleinem Equipment zu arbeiten und der anfangs skeptisch gesehen Elektronische Sucher.

Gewicht

Ich bin gerade über die Sommermonate vermehrt auf Hochzeiten und auch immer mindestens 8-10h unterwegs. Da freut man sich über jedes Gramm was man weniger durch die Gegend schleppt. Eine Nikon D810 mit Batteriegriff und 2.8er Objektiv (ggf sogar noch mit SB910) haut schon ganz schön rein, wenn man dann noch zwei davon über die Schulter hängen hat, weiss man am Ende des Tages was man so getan hat. Durch die Umstellung auf Fuji habe ich nicht nur das Gewicht an Kameras gespart, sondern auch gleichzeitig mein fotografischen Stil angepasst und bin nun auf kleinere Festbrennweiten umgestiegen. 

So habe ich zwar auch wieder zwei Kameras (X-T1 & X-T2) mit Batteriegriff an den Schultern hängen, aber nur noch mit 16mm 1.4 und 56mm 1.2. Der Gewichtsunterschied zur Nikon macht sich sehr schnell bemerkbar, vor allem das hochziehen aus dem Handgelenk heraus. Auf der Trauung selbst, habe ich in meiner Tasche noch das 10-24 für ein Kirchenpanorama oder 1-2 Weitwinkel Fotos und bei sehr großen Kirchen das 50-140 für ein paar Closeups vom Brautpaar, zB. Hände, Ringtausch… 

In diesem Jahr habe ich auch erstaunlich oft Komplimente von Gästen bekommen, dass ich mich sehr unauffällig verhalte, vielleicht liegt es daran, dass ich den Leuten nicht mehr mit ner riesen Kamera vorm Gesicht rumwedel und auch schonmal mit Klappdisplay aus der Hüfte schieße. Durch das Weglassen des Batteriegriffs kann ich nochmal enorm an Gewicht und Platz sparen und kann mich im Urlaub oder bei kleineren Reportagen sehr unauffällig bewegen und fotografieren. Einziges Manko - Die Fuji verbraucht aufgrund ihres Elektronischen Suchers viel Energie und man kommt doch sehr flott dazu den Akku tauschen zu müssen.

Fuji XT-2

Elektronischer Sucher

Geil! Was an der X-E1 damals noch in der Entwicklung war, ist mittlerweile ausgereift. Die Bildwiederholungsrate im Live-Bild ist so schnell, das man fast meinen könnte, man schaut durch einen optischen Sucher. Das Sucherbild ist wahnsinnig groß und hell und zeigt einem alles an, was man für die perfekte Aufnahme wissen muss. Das fertige Bild wird einem präsentiert, bevor man abgedrückt hat, denn die Fuji berücksichtigt schon vor der Aufnahme alle Parameter wie Belichtung, Schärfe, Tiefenschärfe, Bildrauschen - der prüfende Blick auf das Kameradisplay nach der Aufnahme ist überflüssig geworden. 

Zudem kann man sich die fertigen Aufnahmen auch anschließend im Sucher anzeigen lassen. In sehr heller Umgebung (Sommer, Mittagssonne) war es mit der Nikon immer sehr schwer sich auf dem Kameradisplay einen Eindruck von dem aufgenommenen Foto zu machen. Wer über alte Objektive verfügt oder auch gerne manuell fokussiert, bekommt mehrere und wirklich gut funktionierende Möglichkeiten scharfe Treffer zu landen. Schnittmaske wie man es von alten analogen Kameras kennt oder mein Favorit: „Focus Peking“. Hier wird die Schärfeebene farbig hervorgehoben und erleichtert so das fokussieren.

Die Belichtungsvorschau ist in den meisten Fällen sehr hilfreich, doch zB. im Studio, wo man auf natürliches Licht nicht angewiesen ist und es sogar unerwünscht ist, kann man die Belichungsvorschau abschalten. Dafür habe ich mir eine „Fn“-Taste belegt. Seit ich die Fuji nutze macht es endlich wieder Spaß einen ND Filter zu verwenden, da die Belichtungsvorschau diesen direkt berücksichtigt und mit aufgeschraubten ND Filter trotzdem mein Motiv einstellen kann. Mit optischem Sucher konnte man mit aufgeschraubtem NDx64 schon gar nicht mehr erkennen und musste bei Motivwechsel auch immer wieder den Filter entfernen.

Vollformat und Bildqualität

Ich muss gestehen, dass ich mich doch schon sehr darüber geärgert habe am Anfang und ich aufgrund des fehlenden Vollformatsensors Bauchschmerzen hatte. Immerhin hat man damals lange auf den großen Sensor hingearbeitet und war unendlich glücklich mit der ersten Vollformatkamera. Als ich schon mit dem Gedanken spielte umzusteigen, fragte ich schon vorsichtig bei dem ein oder anderen Kunden nach, ob denn auch 24 Megapixel reichen würden, oder ob man auf 36 Megapixel bestehen würde. Die Antwort war überall die selbe: „Uns reichen auch 24 MP, kein Problem“. 

Damit war mir schonmal eine große Sorge genommen worden und für Privatkunden, die eigentlich kaum Qualitative Ansprüche stellen, denen es in erster Linie um den Inhalt der Bilder geht, ist damit sowieso genüge getan. Immerhin habe ich auch vor einigen Jahren 18/1 Plakatwerbung mit 12 MP und Crop-Kameras geschossen und es hat sich auch niemand beschwert. Ich wollte es aber doch wissen, was taugt das 24MP Bild aus der XT2 im direkten Vergleich zu dem 36MP Bilder aus der D810. Das Bilder aus der XT2 habe ich auf 36MP hochskaliert und ich muss sagen, es war ohne nachschärfen von mindestens der gleichen Qualität - nach meinem Empfinden. Ja aber da war doch noch die Sache mit dem Bokeh und dem freistellen… 

„Mit einer Vollformatkamera bekommt man eine ganz tolle Tiefenschärfe hin“. Stimmt, aber mit meiner Fuji geht das eigentlich genau so gut, auch wenn es sich nur um einen APS-C Sensor handelt. An der Nikon habe ich auch schon viel mit lichtstarken Festbrennweiten wie dem Sigma 35 1.4 ART gearbeitet und die Tiefenschärfe war großartig, aber es kam auch immer wieder vor, das der Autofokus bei Offenblende aufgrund des minimalen Schärfebereichs knapp daneben lag. Fuji bietet mittlerweile eine große Auswahl an lichtstarken Festbrennweiten zu erschwinglichen Preisen an und vielleicht um die fehlende Sensorgröße etwas gut zu machen teilweise sogar mit Blende f1.2. Also ich bin sehr zufrieden mit dem Bokeh und den Freistellungsmöglichkeiten der Fuji und bisher hat sich noch niemand darüber beschwert, das die Bilder anders/schlechter, aber auch nicht besser sind, als im letzten Jahr.

Fuji XT-2

Objektivempfehlung

Ich habe an der Nikon mein 85 1.8 sehr geliebt. Es war leicht, klein und hat hat schon bei f1.8 eine gute Schärfe. Irgendwie war ich der Meinung bei der Fuji erstmal darauf verzichten zu können. Ich hatte mir direkt mit der XT2 das 50-140 gekauft. Auch ein geiles Objektiv, mit dem ich erstmal größere Brennweitenbereiche abdecken konnte und fürs Studio war es sehr bequem. Als dann ein paar Monate später wieder etwas Geld für Investitionen über war, leistete ich mir das Fuji 56 f1.2. Es stand auf meiner Wunschliste schon lange sehr weit oben. Nach den ersten Versuchen mit der Linse stellte ich mir die Frage, wie ich ohne dieses Objektiv jemals leben konnte. Ich liebe alles an diesem Objektiv. Brutale Schärfe bei Offenblende, großartige Freistellungsmöglichkeiten, schneller Autofokus und solides Bokeh. Also klare Kaufempfehlung! Kaufen, kaufen, kaufen!

Negatives

Ein Manko, das ich zur Zeit (noch) sehe, ist, das es aktuell wenig bis gar keine Unterstützung der Fuji Kameras bei Blitzherstellern gibt. Profoto, Broncolor, Hensel und Jinbei haben noch keine Unterstützung veröffentlicht. Godox ist der erste Hersteller, der nun Sender für Fuji/Sony/Olympus mit HSS und TTL Unterstützung verkauft. Das ist natürlich Klagen auf hohem Niveau, denn man kann natürlich mit einem gängigen Blitzauslöser auch weiterhin alle Blitzsysteme „normal“ ansteuern. Der Energieverbrauch wurde oben schon einmal angesprochen und ist nicht zu unterschätzen. Man sollte immer mehrere Akkus griffbereit haben. Wer lange am Stück fotografieren will ist zwangsweise auf einen Batteriegriff angewiesen. Mit drei Akkus und mehr oder weniger kontinuierlichem Einsatz schafft man es immerhin dann auf 8h Dauereinsatz mit knapp 1000 Bildern. Ich hatte gehofft, das die Datenmengen etwas abnehmen würden mit der Anschaffung einer Kamera mit „nur“ 24 MP. Die unkomprimierten RAWs der Fuji sind aber genau so groß wie die komprimierten der D810 mit ca. 50 MB/Bild. *** UPDATE: Februar 2018*** Seit Anfang des Jahres gibt nun auch volle Unterstützung, sowohl HSS als aus TTL von Profoto für Fuji. Aus diesem Grund habe ich nun entschieden in Profoto zu investieren :)

Fazit

Ich habe die Fuji XT2 jetzt seit 8 Monaten im Einsatz und das in allen Bereichen. Ich war mit ihr im Urlaub, habe Hochzeiten begleitet, Studioshootings unter 8 Stunden gehabt, Reportagen, Werbung und Pressebilder geschossen. Landschaftsaufnahmen und Langzeitbelichtungen mit ND FIlter gemacht, Häuser, Autos, verliebte Pärchen, Hunde, Fussballspiele und Spieler fotografiert. Am Anfang habe ich mir noch Gedanken gemacht, ob ich bei dem ein oder anderen Shooting nicht doch die große Nikon das bessere Werkzeug gewesen wäre, ob die Fotos dann besser geworden wären. Aber das muss ich verneinen, die Fotos und die Umsetzung wären etwas anders gewesen, nicht besser und nicht schlecht, einfach nur anders. Die Fuji macht mir viele Sachen einfach leichter oder lässt mich schneller und zuverlässiger arbeiten. Lässt mich unauffälliger arbeiten, wo es sinnvoll ist und gibt mir die nötige Power und Schnelligkeit wenn ich sie brauche. Hier ein paar Bilder aus 2017 mit den Fujis:

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